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Medizinische Fakultät

Haus 43

Leipziger Straße 44

39120 Magdeburg

Tel.:+49 391 6713600

Fax:+49 391 6713630

Profil

Forschungsprofil

Die Universitätsmedizin ist integraler und für die Forschung wichtiger Teil der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie unterhält die beiden national und international sichtbaren und anerkannten Forschungsschwerpunkte
  • Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung und
  • Neurowissenschaften.

Der immunologische Schwerpunkt unterhält enge Beziehungen zum universitären Forschungszentrum Dynamische Systeme - Biosystemtechnik (Center of Dynamic Systems - CDS) und der neurowissenschaftliche Schwerpunkt stellt eine tragende Säule des Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) dar, das 2017 sein 10-jähriges Bestehen feiern konnte.

Wissenschaftler*innen der beiden Forschungsschwerpunkte beschäftigen sich in enger Kooperation mit der Frage, wie sich Immun- und Zentralnervensystem im gesunden Menschen aber auch in Krankheitssituationen, beispielsweise bei Depression oder immunologischen Erkrankungen, gegenseitig beeinflussen. Dies stellt einen universitätsweiten Schwerpunkt dar. Beide Forschungsschwerpunkte beteiligen sich maßgeblich an der mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) geförderten Graduiertenschule ABINEP und eröffnen damit weitere Möglichkeiten der translationalen Forschung. 21 Promotionsstudierende aus dem Ausland forschen hier in vier Modulen, die die Forschungsschwerpunkte Immunologie und Neurowissenschaften verknüpfen.   

Im Jahr 2018 verausgabte die Medizinische Fakultät circa 22 Mio. an Drittmitteln, womit das Ergebnis des Vorjahres wieder gesteigert werden konnte. Eine großzügige Geräteausstattung, fakultätseigene Serviceeinheiten und ein modernes Tierversuchslabor erlauben es der Medizinischen Fakultät, Forschung auf internationalem Spitzenniveau zu betreiben. Seit 2017 sind die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum der OVGU Partner des MIRACUM (Medical Informatics for Research and Care in University Medicine) Konsortiums, das zusammen mit acht anderen Standorten in Deutschland vom BMBF bis 2020 mit insgesamt 32,1 Mio. Euro gefördert wird, davon entfallen 3,3 Mio. Euro auf den Standort Magdeburg. Ziel des Konsortiums ist die Entwicklung neuer und besserer Forschungs- und Therapieansätze durch Medizininformatik.

Forschungsschwerpunkt Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung
Die immunologische Forschung und die molekulare Entzündungsmedizin haben an der Medizinischen Fakultät eine sehr lange Tradition. Im Zentrum der immunologischen Grundlagenforschung am Medizincampus steht die Identifikation von Molekülen und Signalwegen, die schützende oder schädigende Immunantworten auslösen und unterhalten. Die Translation der Erkenntnisse aus der immunologischen Grundlagenforschung in die klinische Anwendung, z.B. die gezielte Beeinflussung von Signalmolekülen oder Signalwegen, ist international ein wissenschaftlicher Brennpunkt und hat in den letzten Jahren für medizinische Durchbrüche gesorgt. Herausragende Beispiele für immunologische Forschung "from bench to bedside" sind die neuen Immuntherapien, die bei verschiedenen Krebserkrankungen mit größtem Erfolg eingesetzt werden.

An vielen Volkskrankheiten sind akute und chronische Entzündungsreaktionen ursächlich beteiligt. Dies betrifft auch und in besonderem Maße chronische Erkrankungen, die in der alternden Gesellschaft auftreten. Daher ist der Entzündungsschwerpunkt zentral in das Landesprogramm "Autonomie im Alter" eingebunden.

In 2014 hat die Medizinische Fakultät die Aktivitäten des immunologischen Schwerpunktes unter einem Dach zusammengeführt und den Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I³) als Profilbereich der Fakultät gegründet. Der GC-I³ bündelt die Aktivitäten des immunologischen Schwerpunktes mit dem Ziel, eine zukunftsweisende, patientennahe, klinische Krankenversorgung auf der Grundlage exzellenter klinisch-wissenschaftlicher Ausbildung und translationaler Forschung zu gewährleisten und weiter zu entwickeln. Die Arbeit des GC-I³ erfolgt unter dem Leitmotiv "Entzündung verstehen - Volkskrankheiten heilen".

Im Mittelpunkt der Forschung des GC-I³ stehen die Themen:
  • Molekulare Mechanismen der Aktivierung und Differenzierung hämatopoetischer und inflammatorischer Zellen
  • Molekulare Grundlagen akuter und chronischer Entzündungen
  • Organspezifische Immunreaktionen
  • Anwendung hochauflösender bildgebender Verfahren im zellulären und subzellulären Maßstab zur Visualisierung immunologischer und entzündlicher Prozesse
  • Translation experimenteller Forschungsergebnisse in die klinische Versorgung von Patienten mit Volkskrankheiten
  • Versorgungsforschung im demographischen Wandel und bei zunehmender Häufigkeit von Volkskrankheiten.

Tragende Säulen dieser Forschung sind:
  • der DFG-Sonderforschungsbereich 854 (SFB 854) "Molekulare Organisation der zellulären Kommunikation im Immunsystem" (Sprecherschaft: Medizinische Fakultät, 1.Förderperiode 2010-2013, 2. Förderperiode 2014-2017, 3. Förderperiode 2018-2021)
  • das Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg "Die Bedeutung des inflammatorischen Mikromilieus für die Krebsentstehung", in dem junge Ärzt*innen zu Clinician Scientists ausgebildet werden (2. Förderperiode 2018-2021)
  • das EU-Programm HypOrth  (Laufzeit 2013-2018)
  • das DFG-Graduiertenkolleg 2408  (GRK 2408) "Maladaptive Prozesse an physiologischen Grenzflächen bei chronischen Erkrankungen", das 2018 erfolgreich eingeworben wurde (1. Förderperiode 2018-2023)
  • ein ERC Starting Grant, der in 2016 bewilligt wurde.

Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften
Die neurowissenschaftliche Forschung gehört traditionell zu den profilbestimmenden Forschungsschwerpunkten. Mit der Entschlüsselung der neurobiologischen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis auf allen Organisationsebenen des menschlichen Gehirnes sowie dem Verständnis der Mechanismen von Demenz, Morbus Parkinson bis hin zu Depressionen und Schizophrenie schafft der neurowissenschaftliche Schwerpunkt die Grundlage für innovative und nachhaltige klinische Therapiekonzepte. Er geht damit auf die gegenwärtige demographische Entwicklung in Sachsen-Anhalt bewusst ein und verfügt über ein breites disziplin-übergreifendes Potential, um dieser dringenden gesellschaftlichen Relevanz Genüge zu tun. Dies manifestiert sich in der engen Kollaboration der Medizinischen Fakultät mit den am CBBS beteiligten Institutionen und führt beispielsweise zu anwendungsorientierten Ansätzen im Bereich von Gehirn-Maschine-Schnittstellen oder der Weiterentwicklung der humanen Bildgebung. Letztere prägt vor allem die Forschungsarbeiten des Forschungscampus STIMULATE. Des Weiteren steht die Weiterentwicklung von Präventationsstrategien und Therapiekonzepten für an Demenz leidende und andere neurologisch erkrankte Menschen im Rahmen des Landesprogramms "Autonomie im Alter" klar im Fokus.

Gleichermaßen dient der 2015 eröffnete CBBS-Science-Campus der weiteren Festigung und dem zielorientierten Ausbau erfolgreich etablierter Allianzen innerhalb des neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunktes mit dem Fokus auf den Aufbau eines Trainings- und Ausbildungsprogramms für naturwissenschaftliche Postdoktoranden. Im Rahmen des CBBS Postdoctoral Networks werden momentan an der FME, der Fakultät für Naturwissenschaften, am Leibniz-Institut für Neurobiologie und am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) vier Nachwuchswissenschaftler mit translationalen Projekten gefördert.

Besondere Interessen des neurowissenschaftlichen Schwerpunkts sind:
  • Charakterisierung neuronaler Mechanismen von Wahrnehmungsprozessen
  • Kortikale und subkortikale Mechanismen attentionaler Selektion im visuellen System
  • Neuronale Mechanismen menschlichen Verhaltens
  • Mechanismen und Pathogenese neurodegenerativer Erkrankungen
  • Translation Grundlagen-orientierter Forschung im Bereich der neuropathologischen experimentellen Forschung
  • Identifizierung von Biomarkern zur Unterstützung der individuellen Diagnostik und Therapie
  • Erforschung der neurobiologischen Ursachen psychischer Störungen
  • Klärung der Mechanismen neurophysiologischer Alterungsprozesse assoziiert mit milden Funktionsstörungen.

Der Forschungsschwerpunkt wird maßgeblich durch folgende Verbünde getragen:
  • DFG-Sonderforschungsbereich 779 (SFB 779) "Neurobiologie motivierten Verhaltens" (Sprecherschaft: Fakultät Naturwissenschaften, 1. Phase 2008-2011, 2. Phase 2012-2015, 3. Phase 2016-2019)
  • DFG-Graduiertenkolleg 2413  (GRK 2413) "Die alterne Synapse - molekulare, zelluläre und verhaltensbiologische Mechanismen des kognitiven Leistungsabfalls", das 2018 erfolgreich eingeworben wurde (1. Förderperiode 2018-2023)

Klinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Weiterbildung
Die Exzellenz der Forschung hat profunde Auswirkungen auf die klinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Weiterbildung am Standort. Diese zeigt sich beispielweise in:
  • der ständigen Weiterentwicklung der Lehrformen: Fächerübergreifende Lehre, Einzelfall- und Systembezug in der Konzeptionalisierung von Therapien und interprofessionelle Zusammenarbeit
  • der Vermittlung von Grundlagen zu Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Medizinstudiums
  • dem Aufbau eines strukturierten Promotionskollegs für Medizinstudenten (Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg und CBBS)
  • speziellen Weiterbildungscurricula der Assistent*innen auf dem Weg zum Facharzt (kompetenzorientierte Weiterbildung)
  • der Förderung wissenschaftlich interessierter Ärzte im Rahmen eines strukturierten Clinician Scientist Programms (Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg und SFB 854)
  • Etablierung neuer Ausbildungs- und Weiterbildungsmodelle im demographischen Wandel durch Netzwerkbildung mit ruralen Gebieten.

Klinisch-translationale Potentialbereiche
Die Medizinische Fakultät hat über die beiden etablierten Forschungsschwerpunkte hinaus drei klinisch-translationale Potentialbereiche definiert:
  • Translationale klinische Onkologie
  • Muskuloskelettale, rekonstruktive Chirurgie
  • Herz-Kreislauf-Medizin.

Weitere wichtige Verbundprojekte der Medizinischen Fakultät
  • EU-Horizon 2020 und BMBF JPco-fuND-Projekt "CircProt" (Therapie-Strategien für M. Alzheimer im Mausmodell, Institut für Physiologie)
  • EU-Horizon 2020 Projekt "NEURON-Verbund NEUINF" (Master-Regulatoren der Neuroinflammation bei parasitären Infektionen des Gehirns).

Vernetzung mit außeruniversitären Großforschungseinrichtungen
Die Medizinische Fakultät ist mit einer Vielzahl von lokalen und regionalen außeruniversitären Großforschungseinrichtungen vernetzt. Mit dem HZI, dem DZNE und dem LIN wurden bisher insgesamt 12 Ko-Berufungen erfolgreich abgeschlossen.
  • Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg
  • Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg
  • Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Magdeburg
  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg
  • Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig
  • Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI) in Leipzig
  • International Neuroscience Institute (INI) in Hannover, ein An-Institut der OVGU.