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Medizinische Fakultät

Haus 43

Leipziger Straße 44

39120 Magdeburg

Tel.:+49 391 6715750

Fax:+49 391 6715749

Profil • Ausstattung

Forschungsprofil

Die Universitätsmedizin ist ein integraler und für die Forschung wichtiger Teil der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie ist geprägt durch die beiden national und international sichtbaren und anerkannten Forschungsschwerpunkte
  • Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung und
  • Neurowissenschaften.

Sowohl die Neurowissenschaften als auch die immunologische Forschung und die molekulare Entzündungsmedizin haben in kontinuierlicher Folge international sichtbare Sonderforschungsbereiche und andere Gruppenfördermittel eingeworben und verfügen durch das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) über Standorte der außeruniversitären Spitzenforschung.
 
Wissenschaftler*innen der beiden Forschungsschwerpunkte beschäftigen sich in enger Kooperation mit der Frage, wie sich Immun- und Zentralnervensystem im gesunden Menschen, aber auch in Krankheitssituationen, beispielsweise bei Depression oder immunologischen Erkrankungen, gegenseitig beeinflussen. Dies stellt einen universitätsweiten Schwerpunkt dar. Beide Forschungsschwerpunkte beteiligen sich maßgeblich an der mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) geförderten Graduiertenschule ABINEP und eröffnen damit weitere Möglichkeiten der transnationalen Forschung. 21 Promotionsstudierende aus dem Ausland forschen hier in vier Modulen, die die Forschungsschwerpunkte Immunologie und Neurowissenschaften miteinander verknüpfen.
 
Seit 2018 ist die Universitätsmedizin der OVGU Partner des MIRACUM (Medical Informatics for Research and Care in University Medicine) Konsortiums, das aus zehn Universitäten, zwei Fachhochschulen und einem Industriepartner, lokalisiert in sieben Bundesländern, besteht und vom BMBF bis 2022 mit insgesamt 44,3 Mio. Euro gefördert wird, davon entfallen 4,2 Mio. Euro auf den Standort Magdeburg. Ziel des Konsortiums ist es, die Vorteile der Digitalisierung in der Medizin zu nutzen um innovative IT-Lösungen für ein besseres datenbasiertes Gesundheitssystem zu entwickeln und anzuwenden.

Forschungsschwerpunkt Immunologie einschließlich Molekulare Medizin der Entzündung
Die immunologische Forschung und die molekulare Entzündungsmedizin haben an der Medizinischen Fakultät eine sehr lange Tradition. Im Zentrum der immunologischen Grundlagenforschung an der Universitätsmedizin steht die Identifikation von Molekülen und Signalwegen, die schützende oder schädigende Immunantworten auslösen und unterhalten. Die Translation der Erkenntnisse aus der immunologischen Grundlagenforschung in die klinische Anwendung, z. B. die gezielte Beeinflussung von Signalmolekülen oder Signalwegen, ist international ein wissenschaftlicher Brennpunkt und hat in den letzten Jahren für medizinische Durchbrüche gesorgt. Herausragende Beispiele dafür sind die neuen Immuntherapien (Checkpoint Inhibitoren, CAR-T cells, Immunobiologicals) die bei einer Vielzahl von Erkrankungen (z. B. Krebs- und Autoimmunerkrankungen) mit enormem Erfolg eingesetzt werden.
Auch an vielen weiteren Volkskrankheiten sind akute und chronische Entzündungsreaktionen ursächlich beteiligt. Dies betrifft auch und in besonderen Maßen chronische Erkrankungen, die vermehrt in der alternden Gesellschaft auftreten, weshalb der immunologische Forschungsschwerpunkt auch zentral in das Landesprogramm Autonomie im Alter eingebunden ist.

In 2014 hat die Medizinische Fakultät die Forschungsaktivitäten des immunologischen Schwerpunktes unter einem Dach zusammengeführt und den Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I3) als Profilbereich der Fakultät gegründet. Unter dem Leitmotiv Entzündungen verstehen Volkskrankheiten heilen verfolgt der GC-I3 das Ziel, eine zukunftsweisende, patientennahe, klinische Krankenversorgung auf der Grundlage exzellenter klinisch-wissenschaftlicher Ausbildung und transnationaler Forschung zu gewährleisten.
 
Im Mittelpunkt der Forschung des GC-I3 stehen die Themen: 
  • Molekulare Mechanismen der Aktivierung und Differenzierung hämatopoetischer und inflammatorischer Zellen,
  • Molekulare Grundlagen akuter und chronischer Entzündungen,
  • Organspezifischen Immunreaktionen,
  • Anwendung hochauflösender bildgebender Verfahren im zellulären und subzellulären Maßstab zur Visualisierung immunologischer und entzündlicher Prozesse,
  • Translation experimenteller Forschungsergebnisse in der klinischen Versorgung von Patienten mit Volkskrankheiten. 

Tragende Säulen dieser Forschung sind: 
  • der DFG-Sonderforschungsbereich 854 (SFB 854) Molekulare Organisation der zellulären Kommunikation im Immunsystem (Sprecherschaft: Medizinische Fakultät, 1. Förderperiode 2010-2013, 2. Förderperiode 2014-2017, 3. Förderperiode 2018-2022) mit dem Graduiertenkolleg MGK 854,
  • das Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg Die Bedeutung des inflammatorischen Mikromilieus für die Krebsentstehung, in dem junge Ärzte*innen zu Clinical Scientists ausgebildet werden (2. Förderperiode 2018-2021),
  • das DFG-Graduiertenkolleg 2408 (GRK 2408) Maladaptive Prozesse an physiologischen Grenzflächen bei chronischen Erkrankungen (1. Förderperiode 2018-2023),
  • der ERC Starting Grant "Dissecting the interplay between the dynamics of immune responses and pathogen proliferation in vivo (ImmProDynamics)" (Förderung 2017 bis 2022). 

Der immunologische Schwerpunkt und der GC-I3 sind integrale Teile des universitären Forschungszentrums CHaMP (Center for Health and Medical Prevention) und unterhält enge Beziehungen zu den 3 anderen Forschungszentren der OVGU (CDS, CBBS und CAME).

Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften:
Die neurowissenschaftliche Forschung gehört traditionell zu den profilbestimmenden Forschungsschwerpunkten. Mit dem Forschungsschwerpunkt im Bereich der Entschlüsselung der neurobiologischen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis auf allen Organisationsebenen des menschlichen Gehirns sowie dem Verständnis der Mechanismen von Demenz, Morbus Parkinson bis hin zu Depressionen und Schizophrenie schafft der neurowissenschaftliche Schwerpunkt die Grundlage für die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Therapiekonzepte. Er geht damit auf die gegenwärtige demographische Entwicklung in Sachsen-Anhalt ein und verfügt über ein breites disziplin-übergreifendes Potential, um dieser dringenden gesellschaftlichen Relevanz zu entsprechen. Dies manifestiert sich in der engen Kollaboration der Medizinischen Fakultät mit dem am CBBS beteiligten Institutionen und führt beispielsweise zu anwendungsorientierten Ansätzen im Bereich von Gehirn-Maschine-Schnittstellen oder der Weiterentwicklung der humanen Bildgebung. Letztere prägt vor allem die Forschungsarbeiten des Forschungscampus STIMULATE. Des Weiteren steht die Weiterentwicklung von Präventionsstrategien und Therapiekonzepten für an Demenz leidende und andere neurobiologisch erkrankte Menschen im des Landesprogramm Autonomie im Alter klar im Fokus.   
Gleichermaßen dient der 2015 eröffnete CBBS-Science-Campus der weiteren Festigung und dem zielorientierten Ausbau erfolgreich etablierter Allianzen innerhalb des neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunktes mit dem Fokus auf den Aufbau eines Trainings- und Ausbildungsprogramms für naturwissenschaftliche Postdoktoranden. Im Rahmen des CBBS Postdoctoral Networks werden momentan an der Medizinischen Fakultät, der Fakultät für Naturwissenschaften, am LIN und am DZNE Nachwuchswissenschaftler*innen mit translationalen Projekten gefördert.

Besondere Forschungsinhalte des neurowissenschaftlichen Schwerpunkts sind:
  •  Charakterisierung neuronaler Mechanismen von Wahrnehmungsprozessen,
  • Kortikale und subkortikale Mechanismen attentionaler Selektionen im visuellen System,
  • Neuronale Mechanismen und Pathogenese neurodegenerativer Erkrankungen,
  • Translation Grundlagen-orientierter Forschung im Bereich der neuropathologischen experimentellen Forschung,
  • Identifizierung von Biomarkern zur Unterstützung der individuellen Diagnostik und Therapie,
  • Erforschung neurobiologischer Ursachen psychischer Störungen,
  • Klärung der Mechanismen neurophysiologischer Alterungsprozesse assoziiert mit milden Funktionsstörungen.

Der Forschungsschwerpunkt wird maßgeblich durch folgende Verbünde getragen: 
  • DFG-Graduiertenkolleg 2413 (GRK 2413) Die alternde Synapse molekulare, zelluläre und verhaltensbiologische Mechanismen des kognitiven Leistungsabfalls (1. Förderperiode 2019-2023),
  • DFG-Sonderforschungsbereich 1436 Neuronale Ressourcen der Kognition (Förderung seit 2021),
  • ERC Starting Grant How does our brain store bodily experiences? (BodyMemory) (Förderbeginn in 2021).

In 2021 wurden die gemeinsame Initiative von Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen der Medizinischen Fakultät Magdeburg und Kolleginnen und Kollegen mehrerer Forschungseinrichtungen in Halle und Jena C-I-R-C (Center for Intervention and Research on adaptive and maladaptive brain Circuits underlying mental health) ausgewählt mit Bundesförderung einen Standort des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit in Mitteldeutschland aufzubauen. Ziel ist es, neuartige Konzepte für die Prävention, Diagnose und Behandlung psychischer Störungen zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen.

Klinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Weiterbildung
Die Exzellenz der Forschung hat profunde Auswirkungen auf die klinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Weiterbildung am Standort. Diese zeigt sich beispielsweise in: 
  • der ständigen Weiterbildung der Lehrformen: fächerübergreifende Lehre, Einzelfall- und Systembezug in der Konzeptionalisierung von Therapien und interprofessionelle Zusammenarbeit,
  • der Vermittlung von Grundlagen zu Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Medizinstudiums,
  • dem Aufbau eines strukturierten Promotionskollegs für Medizinstudenten (Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg und CBBS),
  • speziellen Weiterbildungscurricula der Assistenten*innen auf dem Weg zum Facharzt (kompetenzorientierte Weiterbildung),
  • der Förderung wissenschaftlich interessierter Ärzte im Rahmen eines strukturierten Clinician Scientist Programms (Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg und SFB 854),
  • Etablierung neuer Ausbildungs- und Weiterbildungsmodelle im demographischen Wandel durch Netzwerkbildung in ländlichen Gebieten, wie beispielsweise im Norden Sachsen-Anhalts.

Klinisch-translationale Potentialbereiche
Die Medizinische Fakultät hat über die beiden etablierten Forschungsschwerpunkte hinaus fünf klinisch-translationale Potentialbereiche definiert: 
  • Translationale klinische Onkologie
  • Muskuloskelettale, rekonstruktive Chirurgie
  • Herz-Kreislauf-Medizin
  • Infektionsmedizin und
  • Seltene Erkrankungen.

Weitere wichtige Verbundprojekte mit Beteiligung der Medizinischen Fakultät
  • EU-Horizon 2020 Projekt STIPED (Transkranielle Hirnstimulation als Therapie bei chronischen pädiatrischen neuropsychiatrischen Störungen, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie),
  • EU-Horizon 2020 Projekt DEEPHEALTH (Deep Learning und High Performance Computing für medizinische Anwendungen),
  • EU-Horizon 2020 Projekt EUROlinkCAT (Establishing a linked European Cohort of Children with Congenital Anomalies),
  • EU-Horizon 2020 Projekt OptiVisT (European Training and Research Program in Translational Vision Science to ensure Optimal support of Visually Impaired Individuals through Tests and Tools of Functional Vision),
  • DFG-Forschungsgruppe 2959 "Health literacy in early childhood allergy prevention: parental competencies and public health context in a shifting evidence landscape (HELICAP)",
  • BMBF-Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu COVID-19 ("Netzwerk Universitätsmedizin") inkl. dem AKTIN-Notaufnahmeregister,
  • BMBF-geförderter Verbund GeNeRARe (German Network for RASopathy Research),
  • BMBF-geförderter Verbund NSEuroNet (Europäisches Netzwerk für Noonan-Syndrom und verwandte Erkrankungen).

Vernetzung mit außeruniversitären Großforschungseinrichtungen
Die Medizinische Fakultät ist mit einer Vielzahl von lokalen und regionalen außeruniversitären Großforschungseinrichtungen vernetzt, was sich u. a. auch in den erfolgreich abgeschlossenen Ko-Berufungen widerspiegelt.
  •  Leibnitz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg,
  • Max-Planck-Institut für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Magdeburg,
  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und automatisierung (IFF) in Magdeburg,
  • Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI) in Leipzig,
  • Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig.

Geräte/Ausrüstungen