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Universitätsklinik für Neurologie

Haus 60a/60b

Leipziger Str. 44

39120 Magdeburg

Tel.:+49 391 6713431

Fax:+49 391 6715216

Profil • Service • Ausstattung

Forschungsprofil

Forschung

In der Universitätsklinik für Neurologie liegt der Fokus auf der engen Vernetzung von Patientenversorgung und klinisch/translationaler sowie grundlagenwissenschaftlicher Forschung. Unsere Schwerpunkte sind die Akut- und Notfallbehandlung neurovaskulärer Erkrankungen (z.B. ischämische Schlaganfälle, Erkrankungen der kleinen Hirngefäße, u.a. zerebrale Amyloidangiopathie mit Hirnblutungen) sowie die Diagnostik und Therapie des gesamten Spektrums neurologischer Krankheiten inklusive von Demenzen (z.B. Alzheimer Erkrankung), neuroimmunologische (z.B. Multiple Sklerose, Myasthenia gravis und sämtliche Antikörper-vermittelte Autoimmunerkrankungen), neuromuskuläre (z.B. Amyotrophe Lateralsklerose) Erkrankungen, Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson Erkrankung), Tumore des Nervensystems (Neuro-Onkologie) und Epilepsie inklusive der stereotaktischen Epilepsie-Laser-Chirurgie. Wir halten diesbezüglich eine Vielzahl an Spezialambulanzen, eine große Infusionsambulanz sowie ein eigenes Neurochemisches Labor mit Fokus auf der Liquordiagnostik vor. 

Das Spektrum der angewandten und patientenorientierten Forschung wird mit der akademischen Neuropsychologie und den bildgebenden Verfahren (7T Ultrahochfeld-MRT, etc.) abgerundet. Das Ziel der Forschungsprojekte ist, die Fragestellung aus der Klinik und von Patienten in die Grundlagenforschung zu transferieren und Erkenntnisse rasch, im translationalen Sinne, in die klinische Anwendung zu übertragen.

Zusammen mit lokalen, nationalen und internationalen Kooperationspartnern arbeiten wir unter anderem an folgenden Themen:

Mikrovaskuläre Erkrankungen
 
Die sporadische zerebrale Mikroangiopathie ist eine altersabhängige Erkrankung der kleinen Hirngefäße, die durch das Vorliegen vaskulärer Risikofaktoren beschleunigt wird. Die Gefäßveränderungen entwickeln sich bereits in der mittleren Lebensphase - über Dekaden - und zeigen einen stadienhaften Verlauf. Es kommt zu einer Aktivierung von Zellen der neurovaskulären Einheit mit einer Blut-Hirn-Schranken-Störung, Veränderungen der perivaskulären Drainage, dem Umbau der extrazellulären Matrix und peripherer sowie Neuroinflammation bis hin zu Spätstadien aus Blutungen, synaptischer und neuronaler Dysfunktion. 
Unsere Forschung in Magdeburg zielt auf die Etablierung von Bildgebungs- und anderen Biomarkern, z.B. in Blut und Liquor, ab, die bereits die frühen Krankheitsstadien erfassen sollen. Neue Therapieansätze werden entsprechend fokussiert auf die Stabilisierung der neurovaskulären Einheit, eine Verbesserung der Drainagefunktion und spezifische immunologische Zielstrukturen abzielen.

Vaskuläre Neurologie

Um pathophysiologische Zusammenhänge und Schlaganfallursachen zu verstehen, werden wissenschaftliche Fragestellungen seit 2008 anhand eines umfassenden Schlaganfallregisters untersucht. Insbesondere mit einer leistungsstarken neurovaskulären Spezialambulanz und einer historisch engen Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie stellen und beantworten wir Fragen zu arteriosklerotischen Veränderungen der hirnzuführenden extra- und intrakraniellen Gefäße. Zudem partizipieren wir an nationalen und internationalen Studien, die zum einen die Akutbehandlung nach Schlaganfall und zum anderen das Verhindern neuer Schlaganfälle, im Sinne einer medikamentösen Sekundärprävention, adressieren. Darüber hinaus fokussieren wir in tierexperimentellen Ansätzen darauf, die Rolle des Immunsystems nach einem Schlaganfall zu verstehen und nutzen dabei die intravitale Mikroskopie um das dynamische Verhalten von Immunzellen zu entschlüsseln.

Zell- und Immuntherapie für Antikörper-vermittelte Autoimmunerkrankungen und die Multiple Sklerose

Neue Zell- und Immuntherapien gewinnen als innovative Behandlungsmethoden bei  therapierefraktären neuroimmunologischen Erkrankungen, v.a. der Myasthenia gravis, zunehmend an Bedeutung. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit der Spezialambulanzen für Multiple Sklerose, Myasthenia gravis inklusive Antikörper-vermittelter Autoimmunerkrankungen und der Infusionsambulanz der Neurologie mit der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie werden diese innovativen Therapien, im Rahmen individueller Heilversuche, Prüfer-initiierter und klinischer Studien, entwickelt, angewendet und engmaschig überwacht, mit dem Ziel, u.a. krankheitsverursachende B-Zellen gezielt zu eliminieren und die Lebensqualität der betroffenen Patienten nachhaltig zu verbessern. Mittels hochauflösender 7T MRT-Bildgebung erfolgt eine konsequente Überwachung auf Nebenwirkungen. Die Überwachung wird wissenschaftlich u.a. durch das EFRE-geförderte Projekt ZELL-THEMA unterstützt. 

Beta-Amyloid-Immuntherapie

In Kooperation mit dem DZNE hat die Gedächtnissprechstunde der Klinik für Neurologie als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland die Therapie mit neu zugelassenen Amyloid-Antikörpern eingeführt. Die Behandlung ermöglicht erstmals eine ursachenorientierte Verlangsamung des Krankheitsverlaufs bei früher Alzheimer-Erkrankung und wird durch eine neu aufgebaute Infusionsinfrastruktur umgesetzt. Der Einsatz des Medikaments wird im Rahmen einer deutschlandweiten wissenschaftlichen Studie des DZNE begleitet, um die Wirksamkeit weiter zu evaluieren und Nebenwirkungen zu minimieren.

Epilepsie

Schwerpunkte unserer DGfE-zertifizierten Spezialambulanz für Epileptologie bilden die differenzierte Diagnostik epileptischer Anfälle im Erwachsenenalter sowie die Entwicklung und Evaluation moderner Therapieansätze. Darüber hinaus untersuchen wir den Langzeitverlauf medikamentöser Therapien ebenso wie resektiver und minimal-invasiver epilepsiechirurgischer Verfahren, letztere in enger Zusammenarbeit mit unseren neurochirurgischen und stereotaktisch-neurochirurgischen Kollegen. Ein weiterer zentraler Bereich ist die Standardisierung der EEG- und Video-EEG-Befundung sowie der Einsatz hochauflösender 7-Tesla-Bildgebung insbesondere bei nicht-läsionellen fokalen Epilepsien. Das therapeutische Spektrum reicht von der gesamten anfallssuppressiven Medikation über neuromodulative Verfahren wie EASEE, Vagusnerv- und Tiefe Hirnstimulation bis hin zu mikrochirurgischen, radiofrequenz- und laserbasierten epilepsiechirurgischen Verfahren, ergänzt durch strukturiertes prächirurgisches und diagnostisches Video-EEG-Monitoring.

Parkinsonerkrankungen und andere Bewegungsstörungen

Unser Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Diagnostik und Therapie von Parkinson-Syndromen, Tremor- und Dystonieerkrankungen sowie unklaren und komplexen Bewegungsstörungen, einschließlich atypischer Parkinsonsyndrome, choreatiformer und funktioneller Bewegungsstörungen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage der Therapieeskalation, die medikamentöse, parenterale und neuromodulative Verfahren einschließt. Hierzu steht das gesamte diagnostische Spektrum mit neuropsychologischer Testung, Liquor- und Labordiagnostik, L-Dopa-Test sowie nuklearmedizinischen und genetischen Untersuchungen zur Verfügung und ermöglicht eine biomarkerbasierte, individuelle Therapieempfehlung. Die klinische und wissenschaftliche Expertise umfasst zudem die Tiefe Hirnstimulation mit Fokus auf Stimulationsparameter, in enger Zusammenarbeit mit unseren neurochirurgischen und stereotaktisch-neurochirurgischen Kollegen, deren Einfluss auf Schlaf, Gedächtnis und weitere kognitive Funktionen, EEG-Korrelate sowie die Entwicklung und Evaluation neuer Zielpunkte; ergänzend besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an klinischen Studien.

Klinische Studien

In der Klinik für Neurologie werden klinische Studien als fester Bestandteil der Patientenversorgung und Forschung durchgeführt. Dazu zählen sowohl Prüfer-initiierte als auch multizentrische klinische Studien in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern. Diese Studien decken ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen und innovativer Therapieansätze ab und ermöglichen den frühzeitigen Zugang zu neuen diagnostischen und therapeutischen Verfahren. Die Durchführung erfolgt nach höchsten wissenschaftlichen und ethischen Standards und trägt wesentlich zur Weiterentwicklung evidenzbasierter neurologischer Medizin bei.

Neuropsychologie

Hauptschwerpunkt der Sektion Neuropsychologie ist die Erforschung neurophysiologischer Prozesse mittels elektrischer Hirnstimulation. Hierzu zählt sowohl die Anwendung transkranialer Elektrostimulationsmethoden (tDCS , tACS und tRNS), als auch Untersuchungen an Patienten die mittels tiefer Hirnstimulation (THS) therapiert werden. Darüber hinaus beteiligt sich die Sektion Neuropsychologie an vielfältigen wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten der Klinik und an multizentrischen Pharmastudien.

Brain-Machine-Interface

Wir wollen unser Verständnis der Informationsverarbeitungsprozesse im Gehirn vertiefen, mit dem Ziel, unsere Erkenntnisse in neuen Ansätzen zur Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von neurologischen Erkrankungen umzusetzen. Wir verwenden einen multimodalen Ansatz, der die Analyse elektroenzephalographischer (EEG) und magnetenzephalographischer (MEG) Daten, intrakranieller elektrophysiologischer Signale und funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) sowie die verhaltensbezogenen, klinischen und elektrophysiologischen Effekte der tiefen und transkraniellen Hirnstimulation und die Anwendung von Gehirn-Computer-Schnittstellen (brain-computer interfaces [BCIs]) beinhaltet. 

Lehre
 
Aufgrund der Interdisziplinarität im klinischen Alltag spielt das Fach Neurologie eine immer wichtigere Rolle. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen durch praxis-orientierte Lehre den angehenden Ärztinnen und Ärzten das klinische Fach Neurologie zu vermitteln.
 
Famulaturen sowie das Praktische Jahr in unserer Abteilung bieten die Möglichkeit, praktische ärztliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu üben sowie in diagnostische und therapeutische Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen von Rotationen, sodass das gesamte Spektrum der akuten und elektiven Diagnostik inklusive der Therapien erlernt wird.
 
Zudem werden in unserer Abteilung molekulare, translationale und klinische Promotionsarbeiten zu unseren Forschungsschwerpunkten angeboten.

Serviceangebot

Die Universitätsklinik für Neurologie erbringt beispielhaft für eine Universitätsklinik der Maximalversorgung die gesamte Bandbreite neurologischer Diagnostik und Therapie. Hier werden Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur behandelt. Schwerpunkte sind neben der Akut- und Notfallbehandlung, vaskuläre, neuroimmunologische, neurodegenerative, neuroonkologische Erkrankungen, Bewegungsstörungen sowie die Epilepsie inklusive der stereotaktischen Epilepsie-Laser-Chirurgie. Auf unserer Intermediate Care Station, der zertifizierten überregionalen Stroke Unit, in der interdisziplinären Zentralen Notaufnahme, der peripheren Normalstation und in den Spezialambulanzen inklusive unserer großen Infusionsambulanz können wir unsere Patienten mit überregionalem Einzugsbereich umfassend und schnellstmöglich versorgen. Selbstverständlich sind für uns die leitliniengerechte medikamentöse Behandlung, eine konsequente Verwendung und Adaptation vorhandener Interventionsverfahren sowie eine kompetente und verständnisvolle Beratung.
 
Vaskuläre Neurologie (Prof. Görtler, Dr. Neumann, Dr. Assmann):

Die Stroke Unit des Universitätsklinikums Magdeburg behandelt im Jahr etwa 1000 Patienten und Patientinnen mit einem Schlaganfall und ist damit die größte derartige Einheit im Norden Sachsen-Anhalts mit regionalen und überregionalen Partnerschaften über Landesgrenzen hinaus. Wir bieten rund um die Uhr State-of-the-Art-Therapien mit Fokus auf endovaskulären Rekanalisationsverfahren von Verschlüssen großer Hirngefäße zusammen mit dem Team der Neuroradiologie. Durch Teilnahmen an nationalen und internationalen Studien erfolgt eine stetige Weiterentwicklung von Therapien, um die Akutbehandlung und Sekundärprävention von Schlaganfällen zu optimieren.

In der neurovaskulären Spezialambulanz des Universitätsklinikums (inklusive neurologischer Ultraschalldiagnostik) werden jährlich mehr als 2000 Patienten und Patientinnen durch DEGUM-zertifizierte Neurologen und Neurologinnen untersucht. Die ärztliche und technische Untersuchung in vaskulär-neurologischer Hand erlaubt eine Behandlungsempfehlung, die klinische und technische Befunde integriert, wissenschaftlich fundiert ist und die individuelle Patientensituation berücksichtigt. Wir sind regionaler und überregionaler Ansprechpartner bei komplexen vaskulären Konstellationen und können, im Fall einer operativen oder endovaskulären Therapieempfehlung, auf eine leistungsfähige Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und Neuroradiologie zurückgreifen.

Mikrovaskuläre Neurologie (Prof. Schreiber):

In der Spezialambulanz für Zerebrale Mikroangiopathie/Zerebrale Amyloidangiopathie erfolgt die Einordnung der (Verdachts-)Diagnose einer Zerebralen Mikroangiopathie inklusive der Zerebralen Amyloidangiopathie.

In der Regel handelt es sich bei der Zerebralen Mikroangiopathie um einen Zufallsbefund im Rahmen der zerebralen MRT-Diagnostik. Wir sichten die Bildgebungsbefunde, ordnen sie einer Unterform der zerebralen Mikroangiopathie zu und empfehlen oder initiieren weitere diagnostische Maßnahmen. Wir beziehen Stellung zur Frage der Initiierung, Umstellung oder Fortsetzung einer gerinnungswirksamen Therapie. Eine hierbei typische Konstellation sind zerebrale Mikroblutungen und/oder Siderosen bei gleichzeitig bestehender Indikation für eine orale Antikoagulation.

Wir gewährleisten die Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Patienten mit der inflammatorischen Variante einer Zerebralen Amyloidangiopathie. Dieses umfasst die Indikationsstellung zur Initiierung, Fortsetzung und Beendigung einer immunmodulatorischen Therapie.
 
Neuromuskuläre Erkrankungen (Prof. Vielhaber):

In der DGM-zertifizierten Spezialambulanz für neuromuskuläre Erkrankungen diagnostizieren und behandeln wir Neuropathien, Myopathien, Myositiden, Motoneuronerkrankungen. Wir führen elektromyographische Untersuchungen (EMG) mit Einzelpotentialanalyse, Interferenzmusteranalyse, Kreuzkorrelationen zwischen kortikalem Magnetstimulus oder peripherer Nervenstimulation und willkürlich aktivierten motorischen Einheiten durch.
Unser Muskelzentrum Magdeburg bietet eine interdisziplinäre Spezialsprechstunde für ALS Patienten, die Koordination unserer Forschungsaktivitäten, den Einsatz rechnergestützter, quantitativer Verfahren zur Diagnostik neurogener und myogener Erkrankungen und in kooperierenden Labors auch neurobiochemische, immunologische und neurogenetische Untersuchungen.

Gedächtnisambulanz (Prof. Düzel, Dr. Glanz, Dr. Butryn, Herr Seif; zusammen mit dem DZNE):

Die Gedächtnisambulanz ist auf die Frühdiagnostik von Gedächtnisproblemen und die Abklärung bei Verdacht auf Hirnleistungsstörungen spezialisiert. Wir bieten das gesamte diagnostische Spektrum aus klinischer, Biomarker-, Bildgebungs- und Kognitionsanalysen inklusive des Einschlusses in klinische und DZNE-weite Studien an. Seit 2025 setzen wir erfolgreich die neuen Amyloid-Antikörperinfusionstherapien bei Patienten mit frühen Stadien der Alzheimer Erkrankung um. 

Myasthenia gravis und Antikörper-vermittelte Autoimmunerkrankungen (Frau Al-Dubai)

In der Spezialambulanz  behandeln wir vorzugsweise Patienten mit unvollständiger oder fehlender Erkrankungskontrolle der Krankheitsaktivität inklusive therapierefraktärer Verläufe.

Wir gewährleisten die klinisch-quantitative Einschätzung von Erkrankungsverlauf, Erkrankungsschwere und Krankheitsaktivität unter Zuhilfenahme der ärztlichen Untersuchung und der Selbsteinschätzung der Patienten. Diese bilden zusammen mit dem Antikörper-Status die Basis für die durch uns gestellten Therapieindikationen.

Wir schlagen Leitlinien-gerechte Behandlungsansätze unter Berücksichtigung neuer Therapieoptionen - im Falle der Myasthenia gravis - z.B. Komplementinhibitoren, FcRn-Modulatoren oder Bortezomib, vor und setzen die anvisierten Behandlungen auch gern in unserer Klinik um. 

In Einzelfällen werden wir Patienten und Patientinnen die Möglichkeit einer Zelltherapie im Rahmen des Zentrums für Zell- und Immuntherapie der Universitätsmedizin Magdeburg anbieten. Die Indikation stellen wir interdisziplinär mit den Kollegen und Kolleginnen der Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie des Universitätsklinikums unter Leitung von Prof. Mougiakakos.

Multiple Sklerose (Dr. Stephanik):

In der Spezialambulanz für Multiple Sklerose erfolgt neben der Differenzierung der verschiedenen Verlaufsformen der Multiplen Sklerose die Differenzialdiagnostik zu verschiedenen Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden und Symptomen. Dazu führen wir Lumbalpunktionen (mit Liquordiagnostik) sowie elektrophysiologische Untersuchungen durch und sichten mitgebrachte MRT-Bilder. Nach der Diagnosesicherung schlagen wir Ihrem Patienten/Ihrer Patientin eine an die individuelle Situation angepasste Therapie (oral, subkutan oder intravenös) einschließlich möglicher Therapiewechsel im weiteren Krankheitsverlauf entsprechend der aktuellen Leitlinien vor. Das umfasst auch die Beratung von Patientinnen mit Kinderwunsch, deren Mitbehandlung während der Schwangerschaft, die Behandlung einer schwer einstellbaren Spastik z.B. in Form einer Baclofen-Pumpenimplantation (durch die Kollegen der Stereotaktischen Neurochirurgie) und die Durchführung von in Ihrer Praxis möglicherweise organisatorisch nur schwierig umzusetzenden Infusionstherapien. 

Infusionsambulanz (Dr. Stephanik, Frau Al-Dubai):

Viele moderne, hochwirksame Therapien erfordern eine intravenöse Gabe unter ärztlicher Aufsicht. In der Infusionsambulanz der Klinik für Neurologie können diese Behandlungen ambulant durchgeführt werden, wodurch stationäre Aufenthalte häufig vermieden werden. In der Ambulanz werden jährlich über 1000 Patienten behandelt, der Schwerpunkt liegt auf der Therapie entzündlicher neurologischer Erkrankungen wie Multipler Sklerose, CIDP, MMN, Myositis und Myasthenia gravis.

Die Behandlung erfolgt strukturiert in mehreren Schritten: Zunächst wird die Indikation sorgfältig geprüft, einschließlich Anamnese, klinischer Untersuchung, relevanter Laboruntersuchungen zum Ausschluss von Kontraindikationen und einer ausführlichen Aufklärung über die geplante Therapie. Am Infusionstag erfolgen eine erneute Befragung und Untersuchung, insbesondere zum Ausschluss von Infektionen, bevor die Infusion entsprechend den jeweiligen Fachinformationen verabreicht wird. Anschließend schließt sich eine überwachte Nachbeobachtungsphase von 30 bis 60 Minuten an. Zwischen den Infusionsterminen finden regelmäßige Verlaufskontrollen zur Beurteilung von Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen statt; erforderliche Laboruntersuchungen werden abhängig vom jeweiligen Medikament veranlasst.
 
Epilepsie und andere paroxysmale Störungen (Frau Kukhlenko, PD Dr. Schmitt):

Unsere Schwerpunkte sind Epilepsiekomplextherapie, Video-EEG Monitoring, Laserchirurgie (Koop. Stereotaxie), Epilepsiespezialambulanz, Neuromodulationsambulanz. Wir bieten Langzeit-Video-EEG-Überwachung, prächirurgische Diagnostik, funktionelle Traktographie, MEG und CT-PET, Anfallsdetektion in zwei- und dreidimensionaler videobasierter Bewegungsanalyse, alternative Applikation von Antiepileptika (insbesondere "rapid loading"), MEG und EEG im klinischen Kontext (Standardisierung, erweiterte Verfahren, wie z.B. Source-Localisation) und minimal-invasive ablative Verfahren (Radiofrequenz- und zukünftig Laser-Thermoablation).

Bewegungsstörungen (Dr. Butryn, Herr Seif, Dr. Stenner, Dr. Bartels):

In der Sprechstunde für Parkinsonerkrankungen und andere Bewegungsstörungen untersuchen wir Patienten/Patientinnen mit Parkinson-Syndromen, Tremorerkrankungen und Dystonien, insbesondere mit der Frage nach einer Therapieeskalation (medikamentös, Tiefe Hirnstimulation und parenterale Therapien). Ein weiterer Schwerpunkt sind unklare und komplexe Bewegungsstörungen, z. B. atypische Parkinsonsyndrome, choreatiforme Erkrankungen und funktionelle Bewegungsstörungen.

Wir bieten hierbei das komplette diagnostische Spektrum einschließlich ausführlicher neuropsychologischer Testverfahren, Liquor-/Labordiagnostik, L-Dopa-Test und, in Zusammenarbeit mit den Kollegen/Kolleginnen entsprechender Fachbereiche, nuklearmedizinischer und genetischer Untersuchungen an. Diese biomarkerorientierte Diagnostik führt zu einer individuellen Therapieempfehlung. Sollte hierbei eine weitere stationäre Diagnostik oder Therapie (insbesondere im Falle einer Tiefen Hirnstimulation oder Behandlung mittels parenteraler Methoden/Medikamentenpumpen) nötig werden, würden wir diese, wenn Sie und Ihr Patient/Ihre Patientin damit einverstanden sind, entsprechend organisieren. Zusätzlich wird geeigneten Patienten/Patientinnen die Teilnahme an interventionellen und nicht-interventionellen Studien angeboten.

Neuropsychologie (Prof. Zähle):

Ein besonderer Schwerpunkt der Sektion Neuropsychologie ist Diagnostik von Demenzen, d.h. die Abgrenzung zur Depression, die Abgrenzung zum Mild Cognitive Impairment (MCI), die Differentialdiagnostik der Demenzen und Einschätzung des Schweregrades sowie die Beobachtung des Verlaufs. Ein weiterer Schwerpunkt ist die prä- und postoperative neuropsychologische Untersuchung von Patienten, die mittels tiefer Hirnstimulation behandelt wurden.

Neuroonkologie (Dr. Stephanik, Dr. Bartels):

In der neuroonkologischen Spezialambulanz unseres Neuroonkologischen Zentrums behandeln wir Patienten/Patientinnen mit Tumoren des zentralen Nervensystems gemeinsam mit den Kollegen der Neurochirurgie, der Strahlentherapie, der Neuroradiologie und der Neuropathologie.

Anhand der Tumorklassifizierung nach erfolgter Biopsie/Operation, einem interdisziplinären Staging und einer Besprechung im wöchentlich stattfindenden Tumorboard stellen wir einen individuellen Behandlungsplan für Ihren Patienten/Ihre Patientin zusammen und führen die empfohlene Chemotherapie, ggf. nach vorbereitenden Maßnahmen wie z.B. der Implantation eines Portsystems, durch. Regelmäßige Re-Evaluationen der Therapie im Tumorboard sowie eine psychoonkologische und sozialmedizinische Mitbehandlung Ihres Patienten/Ihrer Patientin sind obligat.

Geräte/Ausrüstungen