« Neuigkeiten
Präzise gegen Krebs: Neue Professorin stärkt minimal-invasive Tumortherapie in Magdeburg
von
Sandra Michme
Priv.-Doz. Dr. med. Lynn Jeanette Savic übernimmt die W2-Professur für Interventionelle Radiologie an der Universitätsmedizin Magdeburg und bringt dafür internationale Forschungserfahrung in der minimal-invasiven Tumortherapie sowie modernste Methoden der Tumorbildgebung und -analyse mit.
Die Universitätsmedizin Magdeburg baut ihre Forschung und Versorgung in der Krebsmedizin weiter aus und hat Priv.-Doz. Dr. med. Lynn Jeanette Savic zum 1. Juni 2026 auf die W2-Professur für Interventionelle Radiologie mit Schwerpunkt Multimodal-Interventionen berufen. Die Radiologin wechselt dafür von der Charité – Universitätsmedizin Berlin nach Magdeburg. Ihr Ziel: Krebsbehandlungen präziser, schonender und stärker auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnitten weiterzuentwickeln.
Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Nicht alle können operiert werden – etwa weil der Tumor schwer zugänglich ist oder weil Betroffene zu geschwächt für einen großen Eingriff sind. Hier setzt die interventionelle Radiologie an: Dabei erreichen Ärztinnen und Ärzte mithilfe von Bildgebung wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gezielt Tumore, die dann durch Hitze, Kälte, Strahlung oder Blockierung der Sauerstoffzufuhr zerstört werden. Das umliegende Gewebe wird geschont. Solche Eingriffe sind für viele Betroffene weniger belastend als große Operationen und ermöglichen oft kürzere Krankenhausaufenthalte.
„Mein Ziel ist es, Präzision und Personalisierung in der minimal-invasiven Therapie voranzubringen und Behandlungen so gezielt wie möglich auf den einzelnen Menschen zuzuschneiden“, erklärt Prof. Savic. „Dafür wollen wir bildgebende Verfahren mit molekularer Analyse und modernen Methoden der Datenauswertung verbinden.“
Ein Schwerpunkt von Prof. Savics Arbeit ist die Entwicklung von Biomarkern zur frühen Detektion und Beurteilung des Therapieansprechens bei Lebertumoren. Hierbei untersucht sie in experimentellen Tumormodellen und klinischen Studien, wie moderne Bildgebung, quantitative Bildanalysen und molekulare Marker kombiniert werden können, um Therapieeffekte frühzeitig sichtbar zu machen. Vergleichbar mit einem Frühwarnsystem lässt sich die Therapie so schneller anpassen, statt erst nach Wochen zu reagieren.
Digitale und molekulare Biomarker: Neue Wege in der Krebsbehandlung
In Magdeburg plant Prof. Savic mehrere Forschungsvorhaben. Dazu gehört die sogenannte „Liquid Biopsy“: Statt einer Gewebeprobe werden Blutproben untersucht, in denen sich winzige Tumorzellen oder DNA-Fragmente des Krebsgeschwürs finden lassen. Diese Informationen sollen künftig mit Bilddaten aus MRT oder CT kombiniert werden, um umfassendere Erkenntnisse über den Tumor und seine Reaktion auf eine Behandlung zu liefern.
Ein weiterer Forschungsansatz untersucht, wie minimal-invasive Eingriffe das Immunsystem beeinflussen. Wenn ein Tumor beispielsweise durch Hitze zerstört wird, kann das den Körper anregen, weitere Krebszellen zu bekämpfen – ähnlich wie eine Impfreaktion. Diesen Effekt will die Radiologin besser verstehen und nutzbar machen, etwa durch die Kombination mit Medikamenten, die das Immunsystem gezielt aktivieren. Solche Ansätze werden weltweit erforscht, unter anderem in großen medizinischen Zentren in den USA, mit denen Prof. Savic dank ihrer internationalen Erfahrung und ihrer führenden Funktionen in amerikanischen Fachgremien eng zusammenarbeitet. Die Herausforderung besteht darin, neue Methoden nicht nur zu entwickeln, sondern auch sicher und zuverlässig in die Versorgung zu integrieren. Genau hier setzt die Arbeit in Magdeburg an.
Zudem sollen Robotik und Augmented Reality künftig mit Prof. Savics Expertise in bildgestützten Mikrotherapien und translationaler Bildgebung verknüpft werden, um Eingriffe noch präziser zu gestalten und neue Verfahren direkt in die Patientenversorgung zu überführen. Die Universität Magdeburg bietet mit dem Forschungscampus STIMULATE dafür besondere Voraussetzungen. Hier arbeiten Medizinerinnen und Mediziner eng mit Ingenieurinnen und Ingenieuren zusammen.
Vom Labor ans Krankenbett
„Prof. Savic verbindet klinische Erfahrung mit innovativer Forschung auf internationalem Niveau“, sagt Prof. Dr. Maciej Pech, Direktor der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin. „Ihre Expertise ergänzt unsere bestehenden Stärken der Klinik ideal und eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung und Versorgung am Standort Magdeburg.“
Ein besonderes Anliegen von Prof. Savic ist die Übertragung neuer Erkenntnisse in die klinische Praxis. Geplant sind unter anderem der Ausbau ambulanter und tagesklinischer Behandlungsangebote sowie der Aufbau einer Biobank mit Gewebe- und Blutproben für die Forschung. Diesen Ansatz hat Prof. Savic bereits an der Charité Berlin erfolgreich etabliert und bringt ihn nun nach Magdeburg. Die gewonnenen Proben sollen mit Bildgebung und klinischen Verläufen korreliert werden, um personalisierte Therapieansätze und neue Biomarker für das Therapieansprechen zu entwickeln. „Besonders fasziniert mich, wie molekularbiologische Erkenntnisse in moderne diagnostische Bildgebung und bildgestützte Therapien integriert werden“, sagt Prof. Savic. Je mehr Proben vorliegen, desto besser lassen sich auch künstliche Intelligenz (KI)-Systeme trainieren und Behandlungserfolge vorhersagen. Gleichzeitig will Prof. Savic die Ausbildung künftiger Ärztinnen und Ärzte mit Simulationstraining, digitalen Lernformaten und einer stärkeren Präsenz der interventionellen Radiologie im Medizinstudium weiterentwickeln und den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Clinician Scientist Angebote gezielt fördern.
Zur Person
Priv.-Doz. Dr. med. Lynn Jeanette Savic, geboren 1991, studierte Humanmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, wo sie auch 2017 mit der Bestnote „summa cum laude“ promovierte. Forschungsaufenthalte führten sie an die Johns Hopkins University in Baltimore sowie mit einem Stipendium der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) an die Yale School of Medicine in den USA. 2021 habilitierte sie sich an der Charité in der experimentellen Radiologie. Ihre Facharztausbildung absolvierte sie in der Klinik für Radiologie an der Charité mit Schwerpunkt Interventionelle Radiologie. Seit 2019 leitet sie dort das von ihr gegründete MITT-Labor (Minimal-Invasive Tumortherapien), das klinische Forschung, experimentelle Laborarbeit und Datenanalyse vereint. Sie engagiert sich in leitenden Positionen in internationalen wissenschaftlichen Komitees, u. a. bei der Radiological Society of North America (RSNA) und der Society of Interventional Oncology (SIO), und ist als Herausgeberin für mehrere Fachzeitschriften tätig.
Hintergrund:
Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Fachleuten besetzte Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.
Die Universitätsmedizin Magdeburg baut ihre Forschung und Versorgung in der Krebsmedizin weiter aus und hat Priv.-Doz. Dr. med. Lynn Jeanette Savic zum 1. Juni 2026 auf die W2-Professur für Interventionelle Radiologie mit Schwerpunkt Multimodal-Interventionen berufen. Die Radiologin wechselt dafür von der Charité – Universitätsmedizin Berlin nach Magdeburg. Ihr Ziel: Krebsbehandlungen präziser, schonender und stärker auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnitten weiterzuentwickeln.
Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Nicht alle können operiert werden – etwa weil der Tumor schwer zugänglich ist oder weil Betroffene zu geschwächt für einen großen Eingriff sind. Hier setzt die interventionelle Radiologie an: Dabei erreichen Ärztinnen und Ärzte mithilfe von Bildgebung wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gezielt Tumore, die dann durch Hitze, Kälte, Strahlung oder Blockierung der Sauerstoffzufuhr zerstört werden. Das umliegende Gewebe wird geschont. Solche Eingriffe sind für viele Betroffene weniger belastend als große Operationen und ermöglichen oft kürzere Krankenhausaufenthalte.
„Mein Ziel ist es, Präzision und Personalisierung in der minimal-invasiven Therapie voranzubringen und Behandlungen so gezielt wie möglich auf den einzelnen Menschen zuzuschneiden“, erklärt Prof. Savic. „Dafür wollen wir bildgebende Verfahren mit molekularer Analyse und modernen Methoden der Datenauswertung verbinden.“
Ein Schwerpunkt von Prof. Savics Arbeit ist die Entwicklung von Biomarkern zur frühen Detektion und Beurteilung des Therapieansprechens bei Lebertumoren. Hierbei untersucht sie in experimentellen Tumormodellen und klinischen Studien, wie moderne Bildgebung, quantitative Bildanalysen und molekulare Marker kombiniert werden können, um Therapieeffekte frühzeitig sichtbar zu machen. Vergleichbar mit einem Frühwarnsystem lässt sich die Therapie so schneller anpassen, statt erst nach Wochen zu reagieren.
Digitale und molekulare Biomarker: Neue Wege in der Krebsbehandlung
In Magdeburg plant Prof. Savic mehrere Forschungsvorhaben. Dazu gehört die sogenannte „Liquid Biopsy“: Statt einer Gewebeprobe werden Blutproben untersucht, in denen sich winzige Tumorzellen oder DNA-Fragmente des Krebsgeschwürs finden lassen. Diese Informationen sollen künftig mit Bilddaten aus MRT oder CT kombiniert werden, um umfassendere Erkenntnisse über den Tumor und seine Reaktion auf eine Behandlung zu liefern.
Ein weiterer Forschungsansatz untersucht, wie minimal-invasive Eingriffe das Immunsystem beeinflussen. Wenn ein Tumor beispielsweise durch Hitze zerstört wird, kann das den Körper anregen, weitere Krebszellen zu bekämpfen – ähnlich wie eine Impfreaktion. Diesen Effekt will die Radiologin besser verstehen und nutzbar machen, etwa durch die Kombination mit Medikamenten, die das Immunsystem gezielt aktivieren. Solche Ansätze werden weltweit erforscht, unter anderem in großen medizinischen Zentren in den USA, mit denen Prof. Savic dank ihrer internationalen Erfahrung und ihrer führenden Funktionen in amerikanischen Fachgremien eng zusammenarbeitet. Die Herausforderung besteht darin, neue Methoden nicht nur zu entwickeln, sondern auch sicher und zuverlässig in die Versorgung zu integrieren. Genau hier setzt die Arbeit in Magdeburg an.
Zudem sollen Robotik und Augmented Reality künftig mit Prof. Savics Expertise in bildgestützten Mikrotherapien und translationaler Bildgebung verknüpft werden, um Eingriffe noch präziser zu gestalten und neue Verfahren direkt in die Patientenversorgung zu überführen. Die Universität Magdeburg bietet mit dem Forschungscampus STIMULATE dafür besondere Voraussetzungen. Hier arbeiten Medizinerinnen und Mediziner eng mit Ingenieurinnen und Ingenieuren zusammen.
Vom Labor ans Krankenbett
„Prof. Savic verbindet klinische Erfahrung mit innovativer Forschung auf internationalem Niveau“, sagt Prof. Dr. Maciej Pech, Direktor der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin. „Ihre Expertise ergänzt unsere bestehenden Stärken der Klinik ideal und eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung und Versorgung am Standort Magdeburg.“
Ein besonderes Anliegen von Prof. Savic ist die Übertragung neuer Erkenntnisse in die klinische Praxis. Geplant sind unter anderem der Ausbau ambulanter und tagesklinischer Behandlungsangebote sowie der Aufbau einer Biobank mit Gewebe- und Blutproben für die Forschung. Diesen Ansatz hat Prof. Savic bereits an der Charité Berlin erfolgreich etabliert und bringt ihn nun nach Magdeburg. Die gewonnenen Proben sollen mit Bildgebung und klinischen Verläufen korreliert werden, um personalisierte Therapieansätze und neue Biomarker für das Therapieansprechen zu entwickeln. „Besonders fasziniert mich, wie molekularbiologische Erkenntnisse in moderne diagnostische Bildgebung und bildgestützte Therapien integriert werden“, sagt Prof. Savic. Je mehr Proben vorliegen, desto besser lassen sich auch künstliche Intelligenz (KI)-Systeme trainieren und Behandlungserfolge vorhersagen. Gleichzeitig will Prof. Savic die Ausbildung künftiger Ärztinnen und Ärzte mit Simulationstraining, digitalen Lernformaten und einer stärkeren Präsenz der interventionellen Radiologie im Medizinstudium weiterentwickeln und den wissenschaftlichen Nachwuchs durch Clinician Scientist Angebote gezielt fördern.
Zur Person
Priv.-Doz. Dr. med. Lynn Jeanette Savic, geboren 1991, studierte Humanmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, wo sie auch 2017 mit der Bestnote „summa cum laude“ promovierte. Forschungsaufenthalte führten sie an die Johns Hopkins University in Baltimore sowie mit einem Stipendium der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) an die Yale School of Medicine in den USA. 2021 habilitierte sie sich an der Charité in der experimentellen Radiologie. Ihre Facharztausbildung absolvierte sie in der Klinik für Radiologie an der Charité mit Schwerpunkt Interventionelle Radiologie. Seit 2019 leitet sie dort das von ihr gegründete MITT-Labor (Minimal-Invasive Tumortherapien), das klinische Forschung, experimentelle Laborarbeit und Datenanalyse vereint. Sie engagiert sich in leitenden Positionen in internationalen wissenschaftlichen Komitees, u. a. bei der Radiological Society of North America (RSNA) und der Society of Interventional Oncology (SIO), und ist als Herausgeberin für mehrere Fachzeitschriften tätig.
Hintergrund:
Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Fachleuten besetzte Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.
