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Mobiler PID-Check für Solarmodule: Fraunhofer CSP erhält Auszeichnung in Singapur

von Michael Kraft
Volker Naumann (rechts) erhielt die Auszeichnung aus den Händen von Thomas Reindl, stellvertretender Leiter des Solar Energy Research Institute of Singapore. © PVSEC-26
Für die Best Poster Presentation im Themenbereich Photovoltaik-Module ist Volker Naumann vom Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP auf der Fachkonferenz PVSEC in Singapur ausgezeichnet worden. Naumann präsentierte dort den PIDcheck, ein mobiles Gerät, das die Anfälligkeit von bereits im Feld installierten Solarmodulen für Potential-induzierte Degradation (PID) ermitteln kann. Der Defekt ist eine der häufigsten Ursachen für Leistungseinbußen in Photovoltaikmodulen mit kristallinen Siliziumsolarzellen.

Naumann, der das Gerät PIDcheck gemeinsam mit Kollegen entwickelt hat, erhielt die Auszeichnung im Rahmen der Abschlusszeremonie der 26. International Photovoltaic Science and Engineering Conference (PVSEC-26), der größten Photovoltaik-Konferenz im asiatischen Raum. Das Gerät wird von Freiberg Instruments, einem Spezialisten für industrielle Halbleitermesstechnik, als Lizenznehmer vertrieben und ist ein wichtiges Werkzeug, um die Zuverlässigkeit von Solarmodulen im Einsatz zu testen.
 
Am Fraunhofer CSP in Halle (Saale) war es zuvor gelungen, durch Untersuchungen auf der Nano-Ebene die physikalischen Ursachen der Potential-induzierten Degradation aufzuklären, die vor allem auftritt, wenn Solarmodule bei hohen Systemspannungen und in feuchter Umgebung betrieben werden. Auf Basis dieses grundlegenden Verständnisses des PID-Effekts hatten die Fraunhofer-Forscher mit PIDcon bereits ein Gerät entwickelt, das die Anfälligkeit von Solarzellen für PID schon auf Zellebene ermitteln kann, ohne dass wie zuvor notwendig eigens Testmodule gefertigt und in Klimakammern geprüft werden müssen. Das Gerät PIDcon kommt mittlerweile bei zahlreichen Unternehmen der Photovoltaik-Branche zu Einsatz.
 
PIDcheck ermöglicht einen ganz ähnlichen Test nun auch bei Solarmodulen, die bereits auf Dächern oder in Solarparks installiert sind. »Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung durch die internationalen Fachkollegen. Denn der Preis erkennt an, dass wir den Weg konsequent weiter beschreiten, der sich durch die Aufklärung der PID-Ursachen eröffnet hat. Wir tragen nicht nur dazu bei, mit PIDcon die Auswirkungen von PID in der Fertigung zu minimieren, sondern nun mit PIDcheck auch bei Modulen, die bereits in Betrieb sind. Das ist ein wichtiger Beitrag, um langfristige Erträge von Photovoltaikanlagen vorhersagen zu können« sagt Naumann. Er war einer der eingeladenen Sprecher der Konferenz und erhielt einen von insgesamt fünf Preisen, die im Rahmen der Tagung verliehen wurden.
 
Mit PIDcheck werden die Bedingungen simuliert, unter denen PID abläuft: erhöhte Temperaturen sowie ein hohes elektrisches Potential zwischen Glasoberfläche und Solarzelle. Die auf die Zellen einwirkende Sonnenstrahlung wird während der Messung durch Strom aus dem Testgerät ersetzt. So kann nicht nur die Anfälligkeit der Solarmodule für PID gemessen werden. Auch für eine mögliche Umkehrung des Effekts, also die Regeneration bereits geschädigter Solarzellen, kann das Gerät neue Möglichkeiten eröffnen.

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